
Die Karwoche in Ayamonte, als von nationalem touristischem Interesse eingestuft, ist eine der schönsten und tief verwurzelten religiösen und kulturellen Feiern Andalusiens und ganz Spaniens. Es ist eine jahrhundertealte Tradition: über 500 Jahre Geschichte und zahlreiche seit dem 16. Jahrhundert aktive Bruderschaften. Sie besticht durch die künstlerische Qualität ihrer Bildwerke, die Inbrunst ihrer Straßen und die große Hingabe ihrer Bewohner.
Die Prozessionen beginnen am Palmsonntag und erreichen am Gründonnerstag und Karfreitag Tage großer Feierlichkeit und Hingabe. Die Feier gedenkt des Leidens, Todes und der Auferstehung Christi durch eine beeindruckende Zurschaustellung von Glauben, Barockkunst und Volkstradition, die die ganze Stadt bewegt. Eine ganze Woche lang wird der Ort zu einer Bühne, auf der sich Religiöses und Kulturelles in den engen Gassen verbinden. Das Herz des Festes sind die Umzüge der 9 Bußbruderschaften, die täglich vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag ziehen.
Ayamonte hat eine Besonderheit, die es vom Rest des Landes unterscheidet: Es ist der einzige Ort, an dem zwei verschiedene „Heilige Grablegungen“ prozessieren. Es geschieht in der Nacht des Karfreitags, wenn die Bruderschaft des Mayor Dolor und die Bruderschaft der Soledad gleichzeitig ihre eigenen Darstellungen des liegenden Christus herausbringen und diese Nacht zu einem Moment unvergleichlicher Schönheit machen.
Zudem wird die Feier je nach Tag mit unterschiedlichen Empfindungen erlebt. Stille und Andacht: Bei Prozessionen wie der des Schweigens (Gründonnerstag) gehen die Straßenlichter vollständig aus, und man hört nur den rhythmischen Schritt der Träger, die Ketten der Büßer und den ergreifenden Klang der Matraca, eines alten Holzinstruments, das das Vorbeiziehen des Herrn ankündigt. Musik und Volksfrömmigkeit: Andere Tage zeichnen sich durch den Klang der Bruderschaftskapellen, die Zurufe an die Prozessionsbilder und den spontanen Gesang von Saetas von den Balkonen der Altstadt aus.
